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Wie es früher einmal gewesen sein könnte oder eine Reise an den Dnjestr

 

 

Alle austeigen!, ruft die Kontrolleurin im Bus. Wir sind an der Grenze angekommen.Eine Grenze, die es offiziell nicht gibt. An diesem Sonntag machen wir einen Ausflug nach Transnistrien (rus: Приднестровье). Im Bus haben wir eine Migrationkarte mit allen Details über unseren Aufenthalt ausgefüllt. An der Grenze reihen wir uns schweigend in die Schlange ein. Der Kontrolleur fragt uns nach den Namen unserer Väter. Dann dürfen wir passieren.

In Bender schauen wir uns die mittelalterliche Festung an, um die schon Schweden und Osmanen gekämpft haben. Auch der berühmte Baron Münchhausen soll hier unterwegs gewesen sein, eine Kanonenkugel erinnert an ihn. Der Zugang zur Festung liegt in einem Industriegebiet, man zahlt an der Kasse in transnistrischem Rubel, der Landeswährung. Den Ausgang hoffen wir auf der anderen Seite der Festung zu finden, aber wir landen in einer Militärkaserne. An den Mauern prangen Schriftzüge wie: Ewigen Ruhm unseren Helden. Ehre der Heimat. Ich diene, um mein Volk zu schützen.  Dann gelangen wir an einen Kontrollpunkt und gehen wie ganz selbstverständlich zwischen den grüßenden Soldaten hinaus.

Die Straßen in Bender sind sauber und leer. Die Ampeln scheinen neu installiert zu sein. Wir spazieren ein wenig um die Häuser, statten dem Zentralmarkt einen   Besuch ab, flanieren auf der Leninstraße. Vor dem Haus der Kultur ein heroisches Denkmal für einen Widerstandskämpfer gegen die rumänische Besatzung. Auf der Dnjestr-Promenade schon wieder irgendein graues Mahnmal, entschlossen dreinschauende Menschen. Wir kommen an einen alten Autoscooter, ein Vater mit seinem Sohn ist in einem einzigen funkendem Fahrzeug unterwegs. Die Werbeaufschrift ist ausgeblichen.

In der Stadt spricht man Russisch. Die Werbung auf den Straßen ist Russisch, die Informationen im Marschrutka auch. Das ist vielleicht der einzige wirkliche Unterschied zwischen Transnistrien und Moldau. Dann kommen wir an  das Lenindenkmal, gegenüber das Maxim-Gorki-Kino. Na gut, ein bisschen schmunzeln muss ich doch.

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Ich bin da!

Mein Freiwilligendienst hat begonnen, seit Dienstag, den 02. September, bin ich jetzt in der Hauptstadt der Republik Moldau.

Wie ist also der berühmt-berüchtigte „erste Eindruck“? Vielleicht fangen wir mal umgekehrt an:  Also, Chisnau ist nicht Berlin und auch keine deutsche Stadt. Wer hätte das gedacht, tatsächlich sticht dieser Fakt aber doch am ehesten ins Auge.  Es ist, entfernt man sich vom Stadtzentrum, nicht wirklich sauber, sowjetische Plattenbauten findet man an jeder Ecke, man sieht Straßenhunde und wenn ein LKW vorüberfährt, hat man damit zu tun den aufgewirbelten Staub nicht in sämtliche Körperöffnungen zu bekommen. Aber – man kann mehr oder weniger sicher einen Zebrastreifen überqueren.

Ansonsten beeindrucken in Chisinau die Märkte, auf denen Gemüse und Obst im Überfluss angeboten werden. Außerdem ist die Stadt sehr, sehr grün, viele Platanen säumen die Straßen, Parks dominieren das Stadtbild.

Ein wirklich krasses Bild bieten die Preise hier in Moldawien – eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmittel bekommt man für 2 Lei, was etwa 10ct entspricht. Zur Wahrheit gehört aber unbestreitbar auch, dass z.B. die monatlichen Renten hier nicht selten unter 100€ liegen.

Die Menschen in meiner Arbeiststelle sind sehr  herzlich und haben mir das Ankommen leicht gemacht. In den nächsten Wochen werde ich einen Einblick in das Leben hier in der Casa Providentei bekommen und in verschiedene Bereiche hineinschauen können.

Ach, und zur Wohnung. Ich wohne hier im Sozialzentrum direkt unterm Dach und habe – noch – eine Etage für mich allein 😉