„Dass der Mensch weiß, dass er morgen nicht an Hunger stirbt“

An dieser Stelle soll Alla, meine Mentorin, zu Wort kommen:

Mein Name ist Alla Muntean, ich bin 1990 in Drochia, im Norden der Republik Moldau, geboren. Meine Mutter arbeitete zuerst als Konditorin in einem Restaurant, danach hat sie angefangen auf dem Markt Waren zu verkaufen. Mein Vater hat so eine Art kleine Business aufgebaut. Gerade in der Zeit nach dem Zerfall der Sowjetunion war es so, dass es bei uns in Moldau bestimmte Sachen nicht gab. Kleidung, Schuhe, Haushaltswaren. Er ist also in die Ukraine gefahren, hat sämtliche dieser benötigten Gegenstände dort eingekauft und hier weiter vertrieben.

Bildung
Ich bin 12 Jahre in Drochia zur Schule gegangen. In all diesen Jahren, überhaupt immer vom Kindergarten bis zur Uni, habe ich auf Rumänisch gelernt, obwohl ich eigentlich aus einer russischsprachigen Familie komme. Nach der Schule wechselte ich nach Chisinau und studierte erst drei Jahre lang Fremdsprachen, Englisch und Italienisch, und dann noch einmal zwei Jahre Journalismusmangement.

Familie
Noch bin ich nicht verheiratet und Kinder gibt es auch noch keine.

Chisinau hat mir zu Anfang überhaupt nicht gefallen, ich dachte nach einem Jahr gehe ich hier wieder weg. Aber man gewöhnt sich eben. Jetzt gefällt es mir Chisinau vor allem, weil ich hier viele Freunde und Bekannte und eine interessante Arbeit habe. Aber wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich mir vielleicht doch eine andere Stadt zum Leben aussuchen. Welche, weiß ich auch nicht. Aber mit Sicherheit in einem anderen Land. Warum? Vielleicht weil ich im Ausland viele Dinge gesehen habe, die mir besonders gefallen, hier aber nicht gibt. Beispielsweise eine gewisse Ordnung oder Formen des kulturellen Umgangs miteinander.

Einstellung zum eigenen Land
Es ist schon ein bisschen merkwürdig, ich bin in einer russischsprachigen Familie geboren, habe aber mein ganzes Leben in Moldau verbracht. Früher habe ich überhaupt keine Verbindung zu diesem Land gefühlt. Erst als ich angefangen habe, ins Ausland zu fahren und einige Monate in anderen Ländern zu leben, habe ich bei der Rückkehr nach Moldau gemerkt, dass hier doch irgendwie mein zu Hause ist, mit dem man etwas gutes verbindet.

Erinnerungen und Erzählungen aus der Zeit des Umbruchs
Das einzige woran ich mich aus dieser Zeit erinnere ist, dass es oft keinen Strom gab. Es gab dann eine Periode am Tag, wo es überhaupt nirgends Strom gab. Ja, so war es. Viele Dinge gab es nicht in den Geschäften. Die meisten Menschen haben alles zu Hause gemacht oder aus dem Ausland hergebracht. Alle waren mehr oder weniger erfinderisch, mussten es sein. Ich glaube die Menschen haben sich seit dieser Zeit nicht sehr verändert. Alle Veränderungen, die in diesem Land passieren, passieren dank der jungen Generation, dank derer, die heute um die dreißig sind. Für die meisten älteren Menschen, sicher nicht für alle, aber doch für die Mehrheit, verändert sich alles, was sich verändert zum Schlechteren.

Hoffnungen, Wünsche, Träume für die Zukunft
Ich habe natürlich schon noch Hoffnungen für dieses Land, gäbe es die nicht, wäre nicht jetzt nicht mehr hier. Immer, wenn ich weggefahren bin, verreist bin, dachte ich: Es reicht jetzt, ich komme nicht mehr zurück. Aber trotzdem bin ich immer wieder zurückgekommen. Besonders als ich von meinem Freiwilligendienst in Polen zurückgekommen bin, habe ich mich ganz bewusst entschieden hier zu bleiben und zu arbeiten, weil ich glaubte, dass das zum Wohl des Landes sei. Diese Einstellung gibt es noch immer, ich weiß aber nicht, wie lange ich noch so entschieden sein kann. Für mich, was meine persönlichen Wünsche angeht, plane ich eigentlich nie länger als ein Jahr voraus. Ja, na klar hab ich die typischen Wünsche irgendwann mal eine Familie und Kinder zu haben, aber jetzt gerade konkret habe ich die Idee, den Plan, ich weiß nicht, wie ich es nennen soll, für mindestens ein Jahr in einem anderen Land zu leben. Bis jetzt war ich immer nur für einige Monate im Ausland. Ich glaube ich brauche das, um zu verstehen, möchte ich hier bleiben oder nicht.

Werte im Leben
Für mich sind in erster Linie Familie und Freunde wichtig. Dann meine ich, dass der Mensch ehrlich und wahrhaft sein sollte. Und dann vielleicht noch Optimismus.

Das Ausland
Ich war in den Staaten, Polen und Italien, Tschechien, der Ukraine und Deutschland. Unterschiede zwischen Moldau und anderen Ländern sind schwer auszumachen. Na ja, wenn wir die Menschen nehmen, dann sind sie hier zu geduldig. Und vielleicht noch, dass sie ihr eigenes nicht schätzen können d.h. die Moldauer sind nicht stolz auf ihre Geschichte, auf das, was sie haben. Anziehend findet man immer nur das, was weit weg ist, aber auf das, was es vor der eigenen Nase gibt, konzentriert man sich nicht. Ich meine damit Werte oder auch Materialien, die hier sind und die man nutzen könnte. Was der Nachbar hat, ist sowieso immer besser. Ich kenne Leute aus ähnlich kleinen Ländern, dem Kosovo, Albanien, Mazedonien, die sind alle stolzer, auf das was sie haben, wer sie sind und wo sie herkommen.

Moldau heute und in der Zukunft.
Ich fühle unsere beiden Sprachen, Rumänisch und Russisch, als Vorteil. Gleichzeitig sehe ich auch ein dass es in einem Land eine offizielle Sprachen geben muss, aber es gibt doch viele Länder, wo zwei Sprachen gesprochen werden. Das ist kein Problem, im Gegenteil, das ist ein großes Plus. Ich bin der Meinung, wenn ein Mensch wirklich will, kann er auch mehr als zwei Sprachen lernen. Diese Streitigkeiten bei uns, um das angebliche Sprachproblem, sind politische Streits. Die Leute an sich haben eigentlich kein Problem, wobei es schon Überzeugungen gibt gegenüber der anderen Sprache. Aber das ist Sturheit, reine Sturheit.
Ich weiß nicht, ob ich Moldau eher in der EU oder in der Zollunion sehen soll. Ehrlich gesagt, glaube ich, dass wir hier einen Mensch brauchen, der das Schicksal dieses Landes in die Hand nimmt. Nehmen wir als Beispiel Weißrussland. Da gibt es seit mehr als 15 Jahren einen Präsidenten. Gut, das hat auch seine Nachteile, aber das Land befindet sich zumindest nicht in so einem Zustand wie Moldau, 20 Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Ich habe manchmal das Gefühl, dass Moldau einen Tyrannen braucht, der hier ein bisschen für Ordnung sorgt (lacht). Hier macht jeder, was er will. Deshalb glaube ich, dass man jemanden braucht, der das ein wenig begrenzt. Trotzdem muss Moldau sich international in einen System integrieren (EU oder Zollunion), weil wir auf Export angewiesen sind. Aber, wenn wir in unserem Land nicht zuerst Ordnung schaffen, sind wir für niemanden zu gebrauchen. Stabilität ist das Stichwort, zumindest, dass der Mensch weiß, dass er morgen nicht an Hunger stirbt. Das ist wichtig.

„Der Rumäne hält den Moldawier für einen Menschen zweiter Klasse.“

An dieser Stelle sollen Menschen aus meinem Arbeitsumfeld mit ihren Geschichten, ihrer Biografie zu Wort kommen:

 

Ich heiße Valentina Evgenija Barmak, ich bin 1941 in Chisinau geboren. Aufgewachsen bin ich in Chisinau. Ich hatte nur eine Mutter, meinen Vater kenne ich nicht, er ist aus dem Krieg nicht zurückgekehrt. Nichtmal ein Foto ist von ihm geblieben. Meine Mutter arbeitete zuerst als Putzfrau im Kinderkrankenhaus, später war sie für die Desinfektion in Krankenhäusern zuständig. Wir lebten fast 40 Jahre im Zentrum von Chisinau, in der Komsomolzenstraße (heute Mihai Eminesu), dann haben wir nach langem Anstehen ein 2-Zimmer-Neubauwohnung erhalten.

Bildung
Ich besuchte die Schule bis zur 9. Klasse, dann habe ich den Abschluss der 10. Klasse in einer Abendschule nachgeholt. Das war keine einfache Zeit. Ich musste meiner Mutter helfen, Geld zu verdienen, so ging ich morgens um acht aus dem Haus zur Arbeit im Lager einer Apotheke, wo man mir beibrachte mit Rechenschiebern Waren zu sortieren. Und nach der Arbeit dann in die Schule. Vor Mitternacht kam ich selten nach Hause in dieser Zeit. Nach der 10.Klasse ging ich weiter auf eine medizinische Berufsschule, wo ich eine Ausbildung zur Krankenschwester absolvierte. Allerdings auch die als Abendschule. Dann verschaffte meine Mutter mir eine Arbeit im Infektionskrankenhaus „Toma Ciorba“. Injektionen konnte ich zu dem Zeitpunkt schon vornehmen. Ich arbeitete in der Abteilung für Hepatitserkrankungen. Da musste man aufpassen sich selbst nicht anzustecken.
Außerdem gab es in Chisinau eine Abendschule für Musik. Da habe ich dann nochmal zwei Jahre ein Stimmausbildung gemacht, dann wechselte ich zum Chordirigieren.
Ich war dreimal unglücklich verheiratet, Kinder habe ich keine.

Stationen des Lebens
Durch eine Freundin und Kollegin bekam ich die Möglichkeit auf der Insel Sachalin zu arbeiten. Damals brauchte man dafür noch die Erlaubnis der Polizei, schließlich war die Insel Grenzbereich. 3 Jahre habe ich da gearbeitet, bevor ich nach Chisinau zurückkam.

Erinnerungen an die Zeit des Umbruchs 1990er
Eine traurige Zeit. In der Sowjetzeit war die Medizin kostenlos, für die Wohnung zahlte man Kopeken, keine Zähler für Wasser, Strom für vier Kopeken das Kilowatt. Heute sind überall Zähler, die reinste Willkür. Läuft irgendwo Wasser aus, sind Leitungen defekt, wird das den Menschen in Rechnung gestellt. Entschuldigung, wo sind die Dienste, die den Schaden reparieren?
Meine Mutter ist 1990 gestorben, nach langer Krankheit. Ich hatte noch ein Sparbuch von ihr, doch dann kam die Währungsreform. Es blieb nichts mehr, alles Geld war wertlos. Die Menschen hatten nichts mehr. Hier, wo heute dieses Haus steht, war früher eine Art Flohmarkt der traurigen Sorte. Menschen kamen und verkauften alles, was sie noch zu Hause finden konnten, um wenigstens etwas zu essen zu kaufen und die Wohnnebenkosten zu bezahlen, die sich extrem verteuert hatten. Es gab natürlich auch die, die reich geworden sind, aber mit Sicherheit nicht auf ehrliche Weise. Wir, die einfachen Menschen, haben Zeitungen auf der Straße verscherbelt oder in einer Großbäckerei Brot gekauft und das dann am späten Abend, wenn die Geschäfte schon zu hatten, versucht für zumindest ein paar Kopeken mehr weiterzuverkaufen.
Die Leute sind in dieser Zeit wie zu Wilden geworden, früher waren die Menschen eher freundlich und zuvorkommend. Aber jetzt – jeder denkt nur noch an sich, sein Business. Ist ja auch nicht verwunderlich, irgendwie geht es ja ums Überleben. Dann fingen die Menschen an auszuwandern. Wir haben doch ein wunderbares Klima hier, fruchtbare Böden, da kann man Leben. Wir hatten ein blühendes Moldawien. Als ich noch jung war, konnte man im Zentrum für eine Kopeke zwei Kilo Tomaten kaufen. Wir Kriegskinder kümmerten uns um uns selbst. Standen an, man musste damals überall anstehen, weil alle Menschen auf Kosten des Staates versorgt wurden. So gab es im Geschäft Zwiebeln, Wurst, Käse alles mit festgesetzten Preisen. Die allerbeste Wurst damals kostete vier Rubel, vier Rubel! Wenn man heute Werbeblätter öffnet, schlagen uns schon hunderte von Lei entgegen.
Jetzt verliert unsere Währung, dieser Lei, immer mehr an Wert. Für einen Euro bekommt man schon mehr als 20 Lei. Die Preise, besonders für Medikamente, steigen ins Unermessliche. Noch ein Beispiel – früher kamen Teams von Medizinern zu den Menschen in die Hinterhöfe um kostenlos Tuberkulosevorsorge anzubieten, jetzt zahlt man dafür mehr als 100 Lei. Nicht verwunderlich, dass Tuberkulose so ein ernstes Problem ist. Die Regierung zerbricht sich über den einfachen Menschen nicht den Kopf. Obdachlosigkeit, Arbeitslosigkeit, sogar Hunger. Machen Sie doch endlich was! Geben Sie den Menschen das Gefühl noch Menschen zu sein. Wir kämpfen hier gerade um das nackte Überleben.

Nationale Zugehörigkeit
Ich bin Russin. Aber meine Mutter, hier war ja bis zum zweiten Weltkrieg das Rumänien der Bourgeoisie, konnte nur vier Jahre lang zur Schule gehen. Natürlich auf eine rumänische Schule, russische gab es damals nicht. Aber ich mag diese Ablehnung der rumänischen Sprache hier nicht. Ich will nicht sagen, dass z. B. meine Mutter die Sprache ideal beherrschte, zumindest aber konnte sie sich unterhalten. Wir lebten in einem internationalen Hinterhof, Juden, Russen, Moldawier, Ukrainer, Bulgaren, eine Estin, eine Polin, eine Georgierin. Es gab einen Wasserhahn, einen Müllcontainer, eine Toilette. Es gehörte einfach alles allen. Als dann klar wurde, dass Moldawisch (Anmerkung: identisch mit Rumänisch) Amtssprache wird, habe ich mir selbst gesagt: Valja, du bist hier geboren, hast dein ganzes Leben hier gelebt, du wirst hier sterben. Und dann kommt die Wasserrechnung ins Haus und du kannst sie nicht lesen? Also war ich auf allen kostenlosen Kursen, die vor allem zu Anfang viel organisiert wurden. Man braucht die Sprache ja schließlich für alles und sei es nur im Trolleybus zu fragen: Steigen Sie aus?.
Aber es gibt hier ein Problem mit wachsendem Nationalismus. Dabei ist das mit der moldawischen Nation durchaus schwierig. Die Moldawier schickten ihre Kinder selten auf eine weiterführende Schule. Das ist ein Agrarland, da hat es den Vater wenig interessiert, dass das Kind lernt und lernt, aber in Haus und Hof nicht mit anpackt. Unser Land war ganz hinten, was die Bildung von Kindern anging. Woher kamen denn die Kader? Als Moldawien 1941 mit Transnistrien zur Moldawischen SSR vereinigt wurde, kamen die Eliten von der anderen Seite des Dnjestrs und überhaupt zogen die Menschen aus Odessa und der ganzen Sowjetunion hierher. Eben weil es in Moldawien nicht eine Hochschule gab. Wir lebten hier wie eine rumänische Kolonie. Der Rumäne hält den Moldawier für einen Menschen zweiter Klasse. Ein Beispiel, das mir meine Mutter erzählt hat: Ein Dorfbewohner kommt auf den Zentralmarkt nach Chisinau, um seine Waren zu verkaufen. Natürlich will er dann auch das Zentrum sehen, aber die Gendarmen lassen ihn nicht auf der Hauptstraße flanieren, sondern schicken ihn zurück zum Markt. Dabei will er doch nur die Hauptstadt seiner Heimat sehen.
Ich sag dir, unter sowjetischer Herrschaft gab es zwar viel schlechtes, aber mehr gutes. Russland ging als erstes Land der Welt überhaupt diesen Weg des Sozialismus, da gab es eine Vielzahl an Fehlern und Problemen. Wie ein Kind, das muss auch erst laufen lernen und fällt die ersten Schritte machend auch immer mal wieder hin. Das war so, was sollen wir machen. Aber schlecht haben wir nicht gelebt.

Hoffnungen, Träume, Wünsche
Seit über 20 Jahren sind hier die Reichen und Oligarchen an der Macht. Ich möchte, dass Voronin (Anmerkung: Vorsitzender der Kommunistischen Partei) an die Macht kommt. Wir brauchen eine richtige Demokratie. Die Leuten haben ja geradezu Angst zur Wahl zu gehen.
Wir sind ein Weinland, man produziert Wein und (Stimme wird leiser) ich würde nicht bezweifeln, dass einige im betrunkenen Zustand noch Kinder machen. Entschuldige so ein Ausdruck. Aber es gibt kein so großes Gefühl der Heimatverbundenheit und des Patriotismus. Die Menschen auf dem Dorf sind dümmlich. Die Sowjetmacht hat allen die gleiche Bildung ermöglicht. Allen. Aber in der Stadt war man schon fortschrittlicher.
Als Voronin noch an der Macht (2001-2009) war, wurden die Denkmäler an den Zweiten Weltkrieg wieder hergerichtet. Friedhöfe neu angelegt. Zum Tag des Sieges am 9. Mai kamen Menschen zusammen um den Gefallenen zu gedenken. Dank dieser Menschen wurden wir, und nicht nur wie, sondern ganz Europa, vom Faschismus befreit. So war es nun einmal, die Geschichte können wir nicht ändern.

Werte im Leben
Der Mensch muss erstmal gesund sein, dann soll er lesen und reisen.

Erfahrung mit Deutschen
Ich wurde 1941 geboren, Chisinau wurde gerade bombardiert. Zerstörung, kein Geld, nichts, leb wie du willst. Ich war also noch klein und schwach und bekam plötzlich irgendeinen Hautausschlag. Meine Mutter hat alles versucht, nichts half, ich war schon im Sterben. Draußen auf dem Hof saß meine Mutter und weinte als plötzlich ein Deutscher durch das Hoftor kam. „Waschen Sie doch bitte meine Wäsche“, begann er. „Ich kann nichts waschen, mein Kind stirbt.“, anwortete meine Mutter. „Zeigen Sie mir sie doch mal.“ Mutter brachte ihn ins Zimmer. „Warten Sie einen Moment, um die Ecke ist unser Krankenhaus, ich komme gleich zurück.“ Dann kam er zurück und brachte schon ein Medikament mit. Eine Dose aus Aluminium mit einem Säckchen drin, dieses Mittel nahm ich und wurde wieder gesund. Als ich 14 war, fand ich beim Aufräumen zufällig eine Kiste mit dieser Dose. Ein Antibiotikum war es, das mich damals rettete.
Ich hörte auch von anderen Leuten, dass die Deutschen Kindern zu essen gaben und kleine Süßigkeiten. Sie sahen ja, dass die Kinder hungern. Das waren doch auch nur Menschen, die zu Hause ihre Familie zurückgelassen hatten. Der Krieg war ja für die Deutschen auch kein Zucker.