Der erste Pferdewagen

Die ersten Wochen sind Geschichte.  Mein erster Eindruck hat sich bestätigt – ich bin hier definitiv am richtigen Ort gelandet.

Mein Tagesablauf ist in etwa wie folgt:

9.30 Uhr Beginn der Arbeit, verschiedene kleine Tätigkeiten z.B. Lebensmittelpakete vorbereiten, Wasservorrat in der Kantine auffüllen, Vorbereitungen für die Arbeit im Altenzentrum

11 Uhr Tageszentrum öffnet, Beschäftigung mit den Senioren

12-14.30Uhr Essensausgabe in der Sozialkantine für ca. 150 Menschen in zwei Schichten

14.30 Uhr Tageszentrum, Spiele mit den Senioren, Basteln

Dienstags bin ich zudem vormittags in der Großküche beschäftigt und schäle dort Unmengen an Kartoffeln, Möhren oder Zwiebeln. Dabei rückt die Angabe in Kilogramm in  den Hintergrund – man sagt lieber gleich wie viel Säcke es heute waren.

Die Arbeit macht mir wirklich Spaß, in den letzten Tagen hatte ich schon ebenso lustige wie bedrückende Gespräche mit den alten Menschen bei uns. Die meisten von ihnen sind wohl, ohne zu übertreiben, Lebenskünstler, denn mehr als 100Euro Rente bekommt niemand von ihnen. Da stimmt es doch nachdenklich, dass ich als Freiwilliger schon mehr bekomme. Ebenso oft hört man, dass sich die Leute übeflüssig fühlen, für sich keinen Platz mehr in der Gesellschaft sehen und, in ihrer Wahrnehmung, kaum mehr Freundlichkeit im Alltag erfahren.

In der Freizeit machen wir, Olga und ich, ziemlich viel verschiedenes. Ich habe als Deutschlehrer bei einem deutschen Kulturverein angefangen und unterrichte nun zweimal in der Woche die Anfänger. Ansonsten erkunden wir die Stadt immer ein bisschen mehr: Wir waren schon bei einem Konzert von Carla´s Dreams. Das Jugendevent in Chisinau schlechthin. Tausende Menschen –  die dummerweise alle durch ein 4m breites Tor müssen. Dementsprechend begann das Konzert nicht, wie auf den Karten angekündigt um 6, sondern gegen halb 11.

 

Am Freitag haben wir eine Art Betriebsausflug aufs Land gemacht. Auf dem Weg dahin konnte man bereits einen ersten Eindruck vom Landleben bekommen – Pferdewagen, voll beladen mit Mais waren da keine Seltenheit, ebenso wie  viele kleine Kapellen und nichtasphaltierte Schotterwege. Mitten im Wald wurden wir dann erwartet – zum Teambuilding. Wer hätte gedacht, dass ich die Spiele vom Vorbereitungsseminar in ähnlicher Form wiedertreffe. Das ganze war eine sehr lustige Angelegenheit und man kann schon sagen, dass ich mich in der Runde sehr wohlfühle. Was den kulturellen Aspekt betrifft so besichtigten wir noch ein orthodoxes Kloster und ein Mönch erklärte uns historische wie architektonische Details.

Traubenpressen zur WeinherstellungKlosterkircheWeinfässerBlick übers TorP1000202

 

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